Aktuelles und Presse
Aktuelles RDT Aktuelle Zeitschrift "Recht der Tiere"

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RDT Archiv "Recht der Tiere"

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Aktuelles/Presse

07.09.2010

Tierschutzbündnis fordert Freiheit für die Stadtbären Schnute und Maxi

Die Stadtbären Schnute und Maxi sollen nach Ansicht des Berliner Tierschutzbündnisses schnellstmöglich umgesiedelt werden. Das fordern die im Bündnis vertretenen Organisationen Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT), der Tierschutzverein für Berlin sowie die Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg von den Verantwortlichen im Bezirksamt Mitte. Nach Ansicht der Verbände sei die Unterbringung der beiden Braunbärendamen im Bärenzwinger am Köllnischen Park nicht mehr zeitgemäß.

„Es ist bedauerlich, dass bisherige Bemühungen des Landestierschutzbeauftragten Dr. Klaus Lüdcke ins Leere liefen, sowohl den Bezirk als auch den Verein der Berliner Bärenfreunde von einem Umzug zu überzeugen“, sagt Wolfgang Apel, der Präsident des Tierschutzvereins für Berlin. „Wir unterstützen den Vorschlag von Herrn Lüdcke, die Tiere in ein tier- und artgerechtes Zuhause umzusiedeln“, fügt Dr. Jörg Styrie, Landesvorsitzender des BMT hinzu. „Die Tiere haben weder über einen angemessenen Auslauf, noch Rückzugsmöglichkeiten“, ergänzt Brigitte Jenner, Sprecherin der Tierversuchsgegner.

Bereits im Frühjahr hatte der Landestierschutzbeauftragte Versuche unternommen, das Bezirksamt Mitte und die Berliner Bärenfreunde von einem Umzug zu überzeugen. Denn: Die Haltung der Tiere im Bärenzwinger entspricht überhaupt nicht den Bedürfnissen der Waldbewohner. Allerdings verliefen alle Bemühungen des Landestierschutzbeauftragten im Sande.

Dabei gibt es für die Berliner Wappentiere Alternativen. So wäre der nur 60 Kilometer von Berlin entfernte Wildpark Johannismühle bereit, die beiden Tiere in einer wald- und hügelreichen Landschaft auf einer Fläche von mindestens 1,6 Hektar unterzubringen. Bislang leben dort bereits fünf ehemalige Zirkusbären. Das Tierschutzbündnis ist sich einig, dass Johannismühle ein Paradies für die Tiere wäre. Außerdem wäre die Anlage jederzeit für die Berliner bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Nach derzeitiger wissenschaftlicher Diskussion sollte Maxi und Schnute mindestens eine Fläche von 750 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Im Bärenzwinger sind es unbestätigten Angaben zufolge jedoch nur 450 Quadratmeter. Bei einer Vor-Ort-Besichtigung konnten Vertreter des Bündnisses sich von der Weitläufigkeit der Anlage überzeugen.

Von Bezirk und dem Verein der Berliner Bärenfreunde erwarte das Berliner Tierschutzbündnis nunmehr, dass diese endlich ein Einsehen haben. Das Wohl der Tiere sollte eher im Vordergrund stehen als der Wunsch nostalgischer Bärenfans, die Bären auf viel zu engem Raum zu bewundern.

Das Berliner Tierschutzbündnis – Aktionsgemeinschaft für politischen Tierschutz wurde im Juli vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., dem Tierschutzverein für Berlin und Umgebung Corp. e.V. sowie den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg e.V. gegründet. Ziel der ehrenamtlich aktiven Allianz ist es, wichtige tierschutzpolitische Themen der Hauptstadt gemeinsam anzugehen.




30.03.2010

„Wir wollen leben!“
bmt startet Protestaktion gegen die millionenfache Tötung von Eintagsküken

Berlin, 31.3.2010. Pro Jahr werden in Deutschland bis zu 40 Millionen Eintagsküken getötet, weil die Eierindustrie keine Verwendung für männliche Tiere hat.

Die Hahnenküken werden kurz nach dem Schlupf von den weiblichen Tieren getrennt und auf grausame Weise vernichtet – sie werden mit Kohlendioxid vergast oder im Homogenisator, einer Maschine mit rotierenden Messern, zu Brei zermust.

„Diese millionenfache Tötung der Küken aus rein ökonomischen Erwägungen“, „ist über die Maßen unethisch und steht im Widerspruch zum Tierschutzrecht und zur Staatszielbestimmung Tierschutz“ , sagt bmt-Vorstandsvorsitzender Dr. Jörg Styrie.
Auch die Bundesregierung beurteile seit Jahren in ihrem Tierschutzbericht die Vernichtung der Küken als ethisch bedenklich  - und trotzdem tolerieren sie die Behörden stillschweigend weiterhin.

Aus diesem Grund startet der bmt heute seine Protestaktion „Wir wollen leben“. Mit über 40.000 Postkarten will der Verein an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner appellieren,   die Weichen für Forschungsprojekte zu stellen, die die Tötung der Küken langfristig überflüssig machen. So fordert der bmt, die Forschung praxisorientierter alternativer Züchtungsprojekte wie für das „Zweinutzungshuhn“ zu fördern. Statt tierschutzwidriger Hochleistungszucht seien Langlebigkeit  und Robustheit als verbindliche Zuchtziele durchzusetzen. Rassen und Zuchtlinien, die Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere schädigen, seien durch entsprechende Rechtsverordnungen zu untersagen und die Tötung von Eintagsküken zu verbieten.
Seit Jahren werde nach Methoden gesucht, die eine Geschlechterbestimmung im bebrüteten Ei vornehmen könnten. Inzwischen stünden mehrere Verfahren wie ein Enzymverfahren und bestimmte hormonelle Tests in Leipzig zur patenrechtlichen Prüfung an. 


24.03.2010

CDU und FDP lassen Versuchstiere im Stich – Bundesregierung blockiert historische Chance

 

Berlin, 24.03.2010. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) und weitere Tierschutzorganisationen haben heute vergeblich vor dem Bundestag für einen besseren Schutz für Versuchstiere demonstriert. Im Rahmen der Beratung über einen Entwurf für eine neue EU-Versuchstierrichtlinie hat der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit dem Stimmen von CDU und FDP sich klar gegen dringend notwendige Verbesserungen des jetzigen Richtlinienentwurfes ausgesprochen. „Der heutige Tag ist ein schwarzer Tag für den Tierschutz. Die Bundesregierung lässt Millionen von leidensfähigen Versuchstieren im Stich und wirft die Diskussion um tierversuchsfreie und ethisch verantwortbare Forschung um Jahre zurück“, kommentiert Dr. Jörg Styrie, Bundesvorsitzender des bmt.

 
 
Dabei waren die Gespräche auf EU-Ebene bislang recht vielversprechend verlaufen. So galt der Entwurf der Europäischen Kommission vom 5. November 2008 zum Schutz von Tieren, die für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet werden, als möglicher Kompromissvorschlag, der den berechtigten Interessen der Tierschutzverbände und den Forderungen der Wissenschaft entgegen kam. Schließlich hatte auch bereits im Mai 2009 das Parlament für diesen Entwurf „grünes Licht“ erteilt, um die dringend notwendige Reform der mittlerweile über 20 Jahre alten EU-Tierversuchsrichtlinie einzuleiten.

Völlig unerwartet wurde jedoch im Dezember 2009 ein neuer Textvorschlag vom EU-Parlament, dem EU-Ministerrat und der EU-Präsidentschaft veröffentlicht. In diesem Trilog-Entwurf wurden die zuvor angekündigten zentralen Tierschutzverbesserungen weitgehend und ohne nähere Begründung zurückgenommen. Demnach dürften u.a. Primaten weiterhin nahezu ungezügelt verwendet werden und verfügbare, tierversuchsfreie Methoden anstatt des Tierversuchs müssten nicht verbindlich angewendet werden. Auch soll es weiterhin keine Begrenzung des Tierleids im Tierversuch geben. Als besonders fatal ist nach Ansicht des bmt, dass die Mitgliedstaaten nach Verkündung der Richtlinie sogar daran gehindert werden sollen, strengere nationale Regelungen zu treffen. Damit würde einer der wichtigsten Fortschrittsmotoren für den Tierschutz in der EU schlicht demontiert.

Der bmt wird in den nächsten Wochen die rechtlichen Möglichkeiten auf EU-Ebene prüfen, inwieweit der aktuelle Entwurfstext der Richtlinie noch verhindert werden kann.


   

05.01.2010

Seit 1. Januar 2010 gilt in Berlins Bussen und Bahnen Maulkorbpflicht für alle Hunderassen
bmt kritisiert Neuregelung

Berlin, 05.01.2010. Bei dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sind mit Jahresbeginn verschärfte Beförderungsregeln für Tiere in Kraft getreten: Seit dem 1. Januar 2010 darf kein Hund mehr ohne Maulkorb in Bussen und Bahnen befördert werden. Dieser Erlass gilt selbst für kleinste Rassen wie Pinscher oder Zwergdackel, die ersatzweise in einer Tasche oder Hundebox reisen müssen. 

Die Neuregelung wird mit der „Sicherheit“ der Fahrgäste begründet. Bei einer Notbremsung könnten auch kleine Hunde zu „Beißern“ werden, so die Erklärung des VBB, der ankündigt, dass Fahrgäste, die sich nicht an die Maulkorbpflicht hielten, künftig aussteigen müssten.

Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) hält den Maulkorberlass für völlig überzogen. „Die Regelung“, sagt bmt-Vorsitzender Dr. Jörg Styrie, „ist im Kern unsozial und tierschutzrelevant.“ Gerade ältere Menschen halten häufig kleinere Hunde, mit denen sie sich unproblematisch in der Stadt bewegen können.

Die neue Vorschrift nimmt ihnen nun die notwendige persönliche Freiheit, sich spontan und ungehindert mit ihrem Hund von A nach B zu bewegen. Denn nicht jedem Hund, wie zum Beispiel Möpsen, passt anatomisch bedingt ein Maulkorb, für sie müsste dann die extra Tasche oder Reisebox getragen werden – für ältere Hundehalter eine Zumutung.   

Bei sommerlichen Außentemperaturen kann der Maulkorbzwang besonders für ältere oder chronisch kranke Hunde ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellen. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln, wobei sie ihre Zunge befeuchten, um den Verdunstungsprozess zu verstärken. Zahlreiche handelsübliche Maulkörbe beeinträchtigen diese Thermoregulierung. Im schlimmsten Fall kann dies bei den betroffenen Hunden zu einem Hitzschlag oder Kreislaufversagen führen.

Die Maulkorbpflicht im öffentlichen Nahverkehr galt bislang nur für große Hunde – die jetzt alle Rassen umfassende Regelung ist bundesweit einmalig und ohne entsprechenden Anlass in der Hauptstadt umgesetzt worden. Bislang gibt es keine empirischen Belege über die Häufigkeit von Beißvorfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Der VBB hat seinen Kontrolleuren geraten, die umstrittene Vorschrift mit „Fingerspitzengefühl“ umzusetzen.


28.08.2009

bmt demonstriert gegen den Baumarktverkauf von Kleintieren


Berlin, Reimickendorf
Im Rahmen der großen bmt-Kampagne gegen den Verkauf von Kleintieren in Baumärkten protestierte der Landesverband Berlin am Freitag, den 28. August 2009, vor dem OBI-Baumarkt in Berlin-Reinickendorf.
 
Ausgestattet mit Transparenten, Postern und Motivtüten („Spontankauf kommt bei Tieren nicht in die Tüte“) machte der bmt Passanten und Baumarktbesucher auf sein Anliegen aufmerksam. Die Aktion dauerte leider nur kurze Zeit, da die OBI-Geschäftsleitung anscheinend im Vorfeld über unsere Aktion informiert wurde und uns bereits erwartete.
 
So forderten uns die Verantwortlichen nachdrücklich zum Verlassen des Grundstücks auf. Gleichfalls mussten wir alle Fotos auf der Kamera löschen, die auf dem OBI-Gelände gemacht worden waren.

Da unser Protest ein friedlicher sein sollte und wir trotz unseres berechtigten Anliegens keine Konfrontation mit der Geschäftsführung suchten, verlagerten wir unsere Demonstration kurzerhand auf ein „unbelastetes“ Gelände.

Trotz der Kurzzeitigkeit unserer Aktion sind wir überzeugt, Aufmerksamkeit bei den Baumarktbesuchern erregt und auf den Hintergrund unserer Kampagne aufmerksam gemacht zu haben. Es ist geplant, kurzfristig derartige Aktionen vor weiteren Baumärkten zu wiederholen.

 




27.08.2009

Protestaktion gegen Verkauf von Kleintieren in Baumärkten

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. fordert Verkaufsverbot


Ein Mensch im Hasenkostüm verteilt am Freitag, den 28. August 2009, gegen 15.00 Uhr vor dem OBI-Markt in Reinickendorf, Waidmannsluster Damm/Ecke Oranienburger Straße, Einkaufstüten mit der Aufschrift „ Spontankauf bei Tieren kommt nicht in die Tüte“. Damit stellt der Bund gegen Missbrauch der Tier e.V. seine Plakatkampagne vor, mit der die Tierschützer auf die Problematik des Spontankaufs von Kleintieren in Baumärkten aufmerksam machen und ein Verkaufsverbot fordern.

Der Anlass für die bmt-Kampagne: Gerade zur Ferienzeit sind die Tierheime hoffnungslos überfüllt. Neben der Überbelegung im Katzen- und Hundebereich macht den Tierheimen zunehmend die Flut von abgegebenen Kleintieren zu schaffen. „Fast jeden Tag werden in unseren Tierheimen Kleintiere abgegeben oder einfach vor die Tür gestellt. Oft sind die Tiere krank, unterversorgt und total vernachlässigt. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt und stellt die Tierheime vor fast unlösbare Aufgaben“, so Dr. Jörg Styrie, Vorsitzender des bmt.

Nachfragen bei den Tierhaltern belegen, dass die Mehrzahl der Kleintiere aus Baumärkten stammen und im Zuge eines Spontankaufes angeschafft wurden. Bereits kurze Zeit später werden die Tiere oft lästig, stehen der Urlaubsplanung im Weg und werden kurz entschlossen im Tierheim abgegeben oder anderweitig „entsorgt“.

„Mit unserer Aktion möchten wir auf dieses (zunehmende) Problem aufmerksam machen und gleichzeitig für die Übernahme von Tieren aus unseren Tierheimen werben“, erläutert Dr. Styrie die Zielsetzung der Kampagne. Im Gegensatz zu den Baumärkten findet in den Tierheimen eine umfassende Beratung hinsichtlich der Bedürfnisse der Tiere an eine artgerechte Haltung und Fütterung statt. Zudem sind die Tierheim-Tiere meist kastriert, so dass unerwünschter Nachwuchs verhindert wird. Sozial lebende Tiere werden nie alleine abgegeben, sondern nur zu zweit, falls nicht schon ein verträgliches Tier im Haushalt lebt. Bestehen Zweifel an der Eignung des zukünftigen Halters raten die Tierheim-Mitarbeiter auch schon mal von der Übernahme eines Tieres ab.

Anders die Erfahrungen mit den Tierverkäufen in Baumärkten: Ziel des Gesprächs ist der Verkauf, und nicht immer verfügt das Personal über eine ausreichende Sachkunde. Oft unterliegt schon die Geschlechterbestimmung dem Zufallsprinzip, vermeintlich gleichgeschlechtliche Tiere haben plötzlich Nachwuchs. Auch auf die Sozialstrukturen der Tiere untereinander wird keine Rücksicht genommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die gleichzeitig angebotenen Käfige in der Regel viel zu klein sind und eine artgerechte Haltung verhindern.

Der Verband fordert daher ein Verkaufsverbot von Kleintieren in Baumärkten und unterstreicht diese Forderung nochmals durch die Aktion vor den OBI-Baumarkt, der stellvertretend für alle deutschen Baumärkte stehen soll, die noch immer Tiere in ihrem Verkaufssortiment haben.

Ansprechpartner: Dr. Jörg Styrie

Bund gegen Missbrauch der Tier e.V./Landesverband Berlin
 
Alt-Heiligensee 42
13503 Berlin
Tel. 030 / 43 65 58 63
Fax 030 / 43 65 58 65
E-Mail JStyrie@aol.com


31.07.2009

Fragwürdige Praktiken bei Ferkel-Kastration

Ermittlungen gegen einen Prignitzer Schweinebetrieb
Wegen des Verdachts der illegalen Kastration von Ferkeln ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Prignitzer Schweinebetrieb. Dort sollen zu alten Ferkeln ohne Betäubung die Hoden entfernt worden sein, wie der Neuruppiner Staatsanwalt Detlef Hommes heute der dpa sagte. Auslöser war eine Anzeige von Tierschützern. Zudem sei nun eine weitere Anzeige gegen die Kreisveterinärin eingegangen, die die Praxis in dem Betrieb geduldet haben soll. Außerdem werfen Tierschützer darin dem Betrieb vor, den Ferkeln ohne Betäubung die Hoden herauszureißen. Laut Hommes ist eine Kastration ohne Betäubung bis zu einem bestimmten Tier-Alter legal. dpa
Märkische Allgemeine

 
Hinweis: Auch der Fernsehsender RBB hat am Freitag, den 31.07.2009, über den Fall berichtet.
In diesem Beitrag wurde auch der bmt-Bundesvorsitzende Dr. Jörg Styrie um
Stellungnahme gebeten.
 
 
 


23.04.2008

Internationaler Tag des Versuchstiers: bmt kritisiert erneuten Anstieg der Tierversuchszahlen in Deutschland und fordert Politiker zum Handeln auf

Berlin, 23.04.2008. Zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24. April fordert der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) die politischen Entscheidungsträger in Deutschland und Europa auf, sich konsequent für eine nachhaltige Reduzierung von Tierversuchen einzusetzen.

"Seit 1997 steigen die Tierversuchszahlen kontinuierlich an", sagt Dr. Jörg Styrie, Vorsitzender des bmt. "Im Jahr 2006 wurden nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) 2.518.267 Wirbeltiere für Tierversuche und andere wissenschaftliche Zwecke verbraucht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 4,4 % bzw. 105.589 Tiere. Europaweit leiden jährlich etwa 10 Millionen Tiere in Versuchslaboren."

"Jedes Jahr werden Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe für die Tierversuchsforschung ausgegeben. Die Entwicklung und Anerkennung alternativer Prüfmethoden wird lediglich mit ca. 4 Millionen Euro gefördert. Welche Tierversuche im Einzelnen mit ihren Steuern finanziert werden, erfahren die Bürgerinnen und Bürger nicht, da die Genehmigungsanträge nicht veröffentlicht werden", kritisiert Dr. Styrie. "Vergleicht man den effektiven Nutzen von Tierversuchen mit den von den Wissenschaftlern angekündigten Versuchszielen, zeigt sich, dass die tierexperimentelle Forschung nur geringfügig zur Entwicklung neuer Therapien in der Medizin beiträgt."

"Seit Jahren versprechen die Politiker aller Parteien einen Rückgang der Tierversuche. Doch das Gegenteil ist der Fall wie die offiziellen Statistiken belegen. Fördermittel für die tierexperimentelle Forschung stehen trotz leerer Haushaltskassen nach wie vor ausreichend zur Verfügung, während im Vergleich dazu die Beträge für die Erforschung tierversuchsfreier Testmethoden nur unwesentlich erhöht werden", so Dr. Styrie.

"Der Internationale Tag des Versuchstiers ist für uns einerseits Gedenken an die, die hinter den Statistiken stehen, die unzähligen, namenlosen, schmerzempfindlichen und leidensfähigen Individuen, die Jahr für Jahr in den Laboren geopfert werden", mahnt Dr. Styrie. "Andererseits nehmen wir diesen Tag zum Anlass, die Politiker aufzufordern, ihr Handeln endlich an dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz und am Schutz und Wohlbefinden der Tiere zu orientieren. Ein erster glaubhafter Schritt hierzu wäre eine radikale Streichung der Fördermittel für die Tierversuchsforschung bei einer gleichzeitigen drastischen Erhöhung der Gelder für die Entwicklung von Alternativmethoden."

April 2008

Berliner ZOO Tagesspiegel-Artikel gestern und Heute

Berliner Tierpark: Zoo-Chef reut Katzentod (15.04.2008)

Der Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz sagte im Parlament bei einer Sitzung des Umweltausschusses aus - und gab sich zerknirscht ob der Vorwürfe gegen ihn:
"Heute würde ich es nicht mehr tun." von Annette Kögel Einen solchen Rummel hat das Abgeordnetenhaus bei einer Sitzung des Umweltausschusses schon lange nicht mehr erlebt. Der zur Tierschutz-Anhörung geladene Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz wurde von seinen Anhängern auf den Besuchersitzen mit Applaus begrüßt, er verbeugte sich - und sah sich einem Pulk von Fotografen gegenüber wie sonst eher bei einer Pressekonferenz zu Berlins Lieblingseisbären Knut. Doch gestern ging ausnahmsweise nicht um Wohl und Wehe des Klimaschutz-Maskottchens, sondern um jenes des Vorstands von Zoo und Tierpark.
Drei Stunden lang fühlte man sich teils wie in einer Biologentagung: Sind nun Javaleoparden und Panther die gleiche Unterart oder nur die gleiche Art? Diese Frage wurde nicht hinreichend vom Zoochef beantwortet, somit der Vorwurf der Hybridverpaarung nach Überzeugung einiger Abgeordneter nicht gänzlich geklärt. Eindeutig war aber die Einschätzung der Katzen-Tötung: Der Vertreter der Ethikkommission der Tierärztekammer, Jörg Luy, sagte, das Genickbrechen Anfang der 90er Jahre sei Straftat und Ordnungswidrigkeit gewesen. Juristisch verjährt, ethisch immer noch bedenklich, fanden viele. Der Zoodirektor bedauerte erstmals öffentlich die Katzentötung: "Heute würde ich es nicht mehr tun." Der Staatssekretär der Umweltverwaltung, Benjamin-Immanuel Hoff, teilte mit, dass Veterinären und Tierversuchskommission keinerlei Verstöße bekannt seien. Blaszkiewitz werden etwa die Abgabe von Tieren über Händler an Schlachter oder die Lieferung von Tigern an Potenzmittelhersteller in China vorgeworfen. Blaszkiewitz erläuterte den Verbleib der Tiere; zudem gebe es für alle Ausfuhren Genehmigungen des Bundesamtes.
Der grüne Michael Schäfer wurde für seine "teils kampagnenhafte und vorverurteilende Art der Fragestellung" von Oppositionskollegen kritisiert - wie auch Fraktionskollegin Claudia Hämmerling "für schrille Töne" und die Anzeige Blaszkiewitz' bei der Statsanwaltschaft. Staatssekreär Hoff sagte indes, er hielte es für richtig, die Justiz einzuschalten. Doch bis ein Gericht offene Fragen klären könnte, wollen Abgeordnete selbst zur Tat schreiten - und mit Berlins Tierschutzbeauftragtem Klaus Lüdcke die Zoo-Jahrbücher nach dem Verbleib vermeintlich verschwundener Tiere durchforsten. Zoo und Tierschutzverein wollen sich künftig gemeinsam um verwilderte Katzen kümmern. Der Forderung, sämtliche Geburten, An- und Verkäufe öffentlich zu machen, will Blaszkiewitz nicht erfüllen. Er will die Daten aber den Behörden vorlegen. Möglicherweise, so Lüdcke, müsse man die Aufsicht anders organisieren. Blaszkiewitz bekam aber auch Lob für die Erhaltung des Tierparks nach der Wende. Annette Kögel Tagesspiegel


Zoochef bestreitet Quälerei

Bernhard Blaszkiewitz verteidigt sich im Berliner Abgeordnetenhauses und pocht darauf, dass es "keine mysteriösen Umstände" in seinem Zoo gäbe. Doch ein Gutachter bleibt dabei: Die Tötung von Katzen war "unverhältnismäßig".
BERLIN - Bernhard Blaszkiewitz, Berlins umstrittener Zoo-Direktor, hat alle Vorwürfe gegen ihn strikt zurückgewiesen: "Zoo und Tierpark fühlen sich dem Tier- und Artenschutz verpflichtet", sagte der Leiter beider Berliner Tierparks am Montag in einer Anhörung im Umweltausschuss des Abgeordnetenhauses. "Es wird nichts unter den Teppich gekehrt. Die Zuchtbücher wurden korrekt geführt", sagte Blaszkiewitz. Die grüne Abgeordnete Claudia Hämmerling hatte Blaszkiewitz wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Er soll überflüssige Tiere verkauft oder getötet haben lassen.
Man wisse nichts über das angebliche Verschwinden von Kragenbären, Zwergflusspferden, Tigern und Jaguaren. "Es gibt keine mysteriösen Umstände", sagte Blaszkiewitz. Auf die von ihm durchgeführte eigenhändige Tötung von vier jungen Katzen, denen Blaszkiewitz nach eigenem Bekunden "artgerecht das Genick gebrochen" habe, ging der Zoochef nicht ein. BlaszkiewitzŽ Kritiker bleiben dabei: Die Tötung der Katzen sei "mit Sicherheit unverhältnismäßig" und nicht artgerecht gewesen, erklärte Gutachter Jörg Luy, Chef des Instituts für Tierschutz und Tierverhalten der Freien Universität Berlin. (hah) Tagesspiegel

14. April 2008

  Heute muss sich der umstrittene Berliner Zoo-Direktor vor dem
Umweltausschuss des Abgeordnetenhauses verantworten