Jagd in Berlin – Senat leistet Offenbarungseid – bmt e.V. fordert Überarbeitung des Jagdrechtes

Eine schriftliche aktuelle Anfrage der Linken an den Berliner Senat (Drucksache 18 / 10 807 vom 13.04.2017) offenbart, mit welch teilweise abstrusen Argumenten die Jagd in Berlin heute noch begründet wird. Bezeichnend ist, dass viele Fragen gar nicht oder nur ausweichend beantwortet und ökologische Aspekte der Jagd komplett ausgeblendet werden. So beschränkt sich der Senat darauf, dass allein die Listung des Fuchses im Jagdrecht auf Bundesebene ausreiche, seine Tötung zu begründen. „Mit diesem Offenbarungseid entzieht sich der Berliner Senat seiner Verantwortung, die Tötung von schmerzempfindlichen Wirbeltieren im Rahmen der Jagd auf der Grundlage der Wildbiologie, der öffentlichen Sicherheit oder des Tierschutzes zu rechtfertigen. Offensichtlich fehlen ihm konkrete Gründe“, so Rolf Kohnen, Leiter der Geschäftsstelle des bmt e.V.  in Berlin. So kann oder will der Senat auch keine konkrete Auskunft darüber geben, ob Füchse andere Tierarten im Bestand bedrohen, ob sie Krankheiten übertragen haben oder ob die Pelze getöteter Füchse überhaupt verwertet werden. Auch beim Jagdschutz – also dem Abschuss von Hunden und Katzen – sind die Antworten des Senates kaum nachvollziehbar, lückenhaft und widersprüchlich. Positiv ist hier nur, dass offensichtlich die Jäger in Berlin bereits seit einiger Zeit auf den unnötigen und tierschutzwidrigen Abschuss der Haustiere freiwillig verzichten. Aus Sicht des bmt e.V. zeigt die aktuelle Anfrage, dass eine Überarbeitung des Jagdrechtes in Berlin dringend notwendig ist, um die Belange des Tier- und Naturschutzes in nachvollziehbarer Form für die Berliner Bürger zu berücksichtigen.

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